Wanderfahrt im Unteren Spreewald

25. August 2015 | Von | Kategorie: Wanderrudern

Unsere Wanderruderwartin Ursel Ries hat diese Tour zusammen mit Ina und Andreas Kersten von der RG Grünau vom 28. bis 31. Mai organisiert. Die Boote stellte der RV Sparta Klein Köris, deren Bootshaus, auf sehr großem Gelände gelegen, auch Anfangs- und Endpunkt der Fahrt war. Zu diesen Dreien gesellten sich von uns noch Ronne und Wulf Richter, Marita und Ernst-Günter Benary, Günter Grotewold, Kurt Vollmer und Hajo Heinemann. Zu Acht traten wir die Fahrt in einem offensichtlich häufig benutzten problemlos zu fahrenden sehr geräumigen Mietwagen aus Göttingen an. Als Quartier für die erste Nacht diente das gut erhaltene und bestens geführte Bootshaus mit seinen Betten. Auch die Bootshalle und die Boote beeindruckten durch hervorragende Ordnung, an die wir uns unter Aufsicht auch zu halten hatten. Die beiden Klinkerboote (Vierer mStm.) waren betagt und topp in Ordnung.

Nach einem von Ursel vorbereiteten kleinen Sektumtrunk ging die Fahrt auf spiegelglattem (das blieb auch so) Wasser am 29. los, zunächst auf dem Klein Köriser See, Hölzener See und Schmöldesee zur Schleuse in Priros. Dann fuhren wir weiter auf dem Streganzer See und an der längst als Hotel betriebenen ehemaligen Residenz des einzigen Präsidenten der DDR, Wilhelm Pieck vorbei auf der Dahme weiter bis zur nächsten Schleuse Hermsdorfer Mühle und dann nach Märkisch Buchholz. Hier hatte Ursel ein Mittagsmenü in Form einer kräftigen Erbsensuppe organisiert (und Bier gab es auch!). Von dort bogen wir in den Spree-Dahme-Umflutkanal ab. Sogleich war am Wehr von Märkisch Buchholz eine durch eine Lore komfortabel ausgestatte Umtragestelle zu bewältigen. Nach einem Kilometer wiederholte sich das Spiel. Einige Kilometer weiter erreichten wir den Köthener See und die an ihm gelegene Jugendherberge. Hier bezogen wir für zwei Nächte ein komfortables Quartier. Abends ließen wir es uns in der nahe gelegenen Gaststätte gut gehen. Vor der Abfahrt am nächsten Tag gab es wieder Sekt (es war also schon eine Art Standardsituation!), diesmal aus Anlass des Geburtstages von Marita. Nach etwa fünf Kilometern mussten wir wieder durch eine Schleuse (Leibsch). Die Anlage ist so klein, dass die Vierer nur nacheinander und in der Diagonale liegend hineinpassten. Hier hatten wir die Spree erreicht. Fröhlich, auch wohl wegen des einen oder anderen Umtrunks, ging es weiter nach Schlepzig. Kurz vorher stellte sich uns abermals eine Schleuse mit wieder kleinen Abmessungen in den Weg. Ab hier wurden wir von den berühmten Spreekähnen, mit mal mehr und dann auch wieder mit weniger Touristen beladen, ‚belästigt’. Die Konkurrenz untereinander soll inzwischen enorm groß sein. Beim Landgang wurden wir von heftigem Regen gebeutelt, konnten uns aber gut unterstellen. Im ‚Landgasthof Zum Grünen Strand der Spree’ speisten wir vornehm und gut in unseren rustikalen Ruderklamotten, zu denen die Damast-Servietten etwas unpassend wirkten. Auf dem Rückweg, der bis zum Köthener See abweichend vom Hinweg war, waren nochmals 2 Schleusen zu durchfahren. Andreas lotste uns u.a. über den Puhlstrom und die Wasserburger Spree. Dieses Gewässerchen ist eine wahre Herausforderung für Rudern im Vierer! Es ist kurvenreich ohne Ende und wahrlich nicht sehr breit. Aber wunderschön!! Zur Belohnung machten wir Rast in Groß Wasserburg in einem urigen Gasthof und füllten unsere Mägen mit lokalen Köstlichkeiten. Danach: noch ’ne Schleuse und in der Abendstimmung Sekunden vor dem Sonnenuntergang erreichten wir den ruhig daliegenden Köthener See. Zunächst parallel zur verschwindenden Sonne und danach ohne sie wachte der ¾-Mond über uns.

Am folgenden Tag ruderten wir auf der Hinstrecke wieder nach Klein Köris zurück. Der Schleusenmeister in Priros versorgte uns mit Chips (wir waren ja so etwas wie Stammkunden!) und war auch ansonsten kooperativ bis zum geht nicht mehr. Nach der Ankunft wurden die Boote gründlich gesäubert und zusammen mit den Skulls im Bootshaus abgelegt. Es sah anschließend so aus, als wären sie dort gar nicht herausgenommen worden. Eine Ruderkameradin, Inas Mutter, wachte über alledem und ließ auch die eine oder andere belehrende Bemerkung fallen, wenn einer von uns sich nicht stilgerecht verhalten hatte (was ja mal passieren kann). Wir verstauten unsere Sachen weitläufig im Fahrzeug und fuhren nach einer kleinen Stärkung in 4 Stunden ohne Stau nach Hause, natürlich nicht ohne den örtlichen Organisatoren unseren allerherzlichsten Dank für die eindrucksvolle Wanderfahrt auszusprechen. Das gilt ebenso für Ursel, die uns wieder einmal ein Rudererlebnis der besonders schönen Art ermöglicht hatte.

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Stärkung vor Beginn der Fahrt

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Unser Boot liegt der Schleuse quer im Magen!

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Tief im Spree-Urwald