Ruderordnung

Ruderordnung des Mündener Ruderverein (MRV)

1. Allgemeines

1.1. Zweck
Die Ruderordnung regelt die ordnungsgemäße Durchführung des Ruderbetriebes.

1.2 Geltungsbereich
Die Ruderordnung gilt im Rahmen des § 12 der Satzung. Sie ist für alle Mitglieder bindend.

1.3 Verhalten der Mitglieder
Alle Mitglieder haben sich so zu verhalten, daß das sportliche und gesellschaftliche Ansehen des Vereins nicht geschädigt wird.
Gegenseitige Hilfe und Rücksichtnahme ist selbstverständlich.

1.4 Gliederung des Ruderbetriebes
Der Ruderbetrieb gliedert sich in
– den allgemeinen Ruderbetrieb und Breitensport,
– die Ausbildung von Anfängern,
– den Trainingsbetrieb und
– das Wanderrudern.

1.5 Sportbekleidung
Der Vorstand und der Vereinsausschuß entscheiden über Farbe und Form der Sportkleidung.

1.6 Verstöße gegen die Ruderordnung
Diejenigen, die gegen die Bestimmungen der Ruderordnung verstoßen, werden von der Ruderleitung verwarnt. Im Wiederholungsfalle oder bei schweren Verstößen kann die Ruderleitung bzw. der Vorstand weitere Maßnahmen treffen.

2. Anforderungen an die Bootsbenutzer

2.1 Schwimmen
Die Bootsbenutzer müssen zur eigenen Lebensrettung schwimmen können. Bei minderjährigen Mitgliedern ist dies durch den Erziehungsberechtigten schriftlich zu bestätigen.

2.2 Drogen, Rauchen, Alkohol
Unter Drogeneinfluß stehenden Personen ist die Bootsbenutzung verboten. Auf Rauchen und Alkoholgenuß im Boot ist zu verzichten.

2.3 Sportärztliche Untersuchung
Für alle sporttreibenden Mitglieder empfiehlt der Vorstand eine sportärztliche Untersuchung.

2.4 Sorgfaltspflicht
Jeder Bootsbenutzer ist verpflichtet, das Bootsmaterial und Zubehör schonend und verantwortungsbewußt zu behandeln.

2.5 Befolgen von Anordnungen
Die Mitglieder sind verpflichtet, im Interesse eines reibungslosen Ablaufs des Ruderbetriebs die in der Ruderordnung festgelegten
– Zuständigkeitsregelungen (siehe Abschnitt 3)
– Verantwortlichkeiten (siehe Abschnitt 4)
zu beachten. Den Anordnungen der dort genannten Funktionsträger ist Folge zu leisten.

2.6 Tragen der Sportkleidung
Die Mitglieder des MRV sollen die vorgeschriebene Sportkleidung tragen. Über Ausnahmen entscheidet die Ruderleitung (siehe 3.1).
Neuen Mitgliedern wird eine angemessene Zeit zur Beschaffung der Sportkleidung zugebilligt. Die Kleidung soll sauber und unbeschädigt sein.

2.7 Pünktlichkeit
Zur angesetzten Abfahrtszeit eines Bootes muß jeder Teilnehmer ruderfertig sein. Zuspätkommende haben keinen Anspruch mehr auf einen Bootsplatz.

2.8 Verhinderung bei Verabredung
Kann ein Mitglied eine getroffene Verabredung nicht einhalten, so ist es verpflichtet, zumindest ein Mitglied der Mannschaft so rechtzeitig wie möglich vorher zu verständigen.

2.9 Teilnahme an der Ausbildung
Jeder Anfänger, der aktiv am Rudersport teilnehmen möchte, ist verpflichtet, sich im Rahmen des Ausbildungsdienstes bei dem MRV ausbilden zu lassen.

3. Zuständigkeitsregelungen

3.1 Ruderleitung
Die Ruderleitung übernimmt die Organisation des Sportbetriebes. Sie setzt sich zusammen aus
– den Vorsitzenden
– den Ruderwarten
– den Trainern
– den Wanderruderwarten und
– den Bootswarten
Jeder Bereichsleiter ist für seinen Aufgabenbereich verantwortlich und seinem Bereich gegenüber allen anderen Mitgliedern weisungsberechtigt. Zur Unterstützung seiner Arbeit kann er weitere Mitarbeiter, insbesondere Übungsleiter, hinzuziehen.
Die Rechte der übrigen Vorstandsmitglieder bleiben davon unberührt.

3.2 Vorsitzende
Die Vorsitzenden haben die Aufgaben
– alle anfallenden Arbeiten zu delegieren,
– die Arbeit der übrigen Mitglieder der Ruderleitung zu koordinieren.

3.3 Ruderwarte
die Ruderwarte sind zuständig für
– den allgemeinen Ruderbetrieb und den Breitensport,
– die Ausbildung von Anfängern.

3.4 Trainer/ Trainingsausschuß sind zuständig für
– die Durchführung des ordnungsgemäßen Trainings,
– die Betreuung der Rennruderer und
– alle Aufgaben und Maßnahmen, die aus dem Training und den Regattabesuchen entstehen.

3.5 Wanderruderwarte
Die Wanderruderwarte sind zuständig für
– die Veranstaltung von Wanderfahrten
– die Organisation von Wanderfahrten
– die Werbung zur Teilnahme an Wanderfahrten
– die Durchführung von Wettbewerben im Rahmen des Wanderruderns und
– die aus der Teilnahme an bzw. Durchführung von Fahrten resultierenden Aufgaben.

3.6 Bootswarte
Die Bootswarte sorgen für den ordnungsgemäßen Zustand der Boote und geben diese für die Fahrten frei.

4. Verantwortliche für Mannschaft und Boot

Die Verantwortlichen (Fahrtenleiter, Obmann bzw. Steuermann) sind vor Beginn der Fahrt zu benennen.

4.1 Fahrtenleiter
Der Fahrtenleiter übernimmt die Leitung und Verantwortung für die Fahrt.

4.1.1 Wanderfahrten
Bei Wanderfahrten ist im Regelfall der Wanderruderwart der Fahrtenleiter. Nimmt der Wanderruderwart nicht an der Fahrt teil, so bestimmt er einen Fahrtenleiter.
Möglichst frühzeitig ist der Wanderruderwart über geplante Fahrten zu unterrichten, damit die erforderlichen Bootsplätze bzw. oder Bootswagen zur Verfügung stehen.

4.1.2 Jugend-Wanderfahrten
Bei Jugend-Wanderfahrten ist der Jugendwart der Fahrtenleiter. Nimmt der Jugendwart nicht an der Fahrt teil, so bestimmt er einen Fahrtenleiter.

4.2 Obmann
Der Obmann im Boot ist in der Regel der Steuermann bzw. der von der Mannschaft oder der Ruderleitung bestimmte Ruderer.
Er trägt die Verantwortung für die Mannschaft und das Boot und muß deshalb während der Fahrt an Bord sein.
Er verteilt die zur Verfügung stehenden Bootsplätze innerhalb der Mannschaft und achtet auf die Einhaltung der Bestimmungen der Ruderordnung.
Nichtruderfähige Personen können von ihm von der Fahrt ausgeschlossen werden.

4.3 Steuermann
Es darf jeder steuern,
– der entsprechend den Bestimmungen der Ruderordnung die Bedingungen für den Obmann erfüllt,
– wenn dieses Boot vom Trainer, vom Ausbilder oder von einem anderen mit erfahrenen Ruderern besetzten Boot beobachtet oder begleitet wird oder
– der dazu bestimmt wurde, wenn ein Obmann die Verantwortung für diese Fahrt übernimmt. In diesem Fall sitzt der Obmann im Bug.
Ausnahmeregelungen für die jeweilige Fahrt können von der Ruderleitung zugelassen werden.
Steuermannslose Boote
Für steuermannslose Boote gelten die vorstehenden Regelungen sinngemäß.

 

5. Boote und Zubehör

5.1 Benutzung
Es dürfen nur die Boote benutzt werden, die nicht gesperrt sind. Die Entscheidung, welche Boote für den Ruderbetrieb zur Verfügung stehen, tifft der Bootswart.
Grundsätzlich sind Rennboote für den allgemeinen Ruderbetrieb gesperrt.
Die Benutzung der Rennbotte ist vom Trainer mit dem Vorstand abzustimmen. Die Nutzungsberechtigung ist für alle auf einer Tafel bekannt zu machen. Über Ausnahmen entscheidet die Ruderleitung.
Jedes Boot darf nur mit den zu ihm gehörenden Zubehör bzw. mit den dafür vorgesehenen Reserveteilen benuutzt werden.

5.2 Schäden
Boote und Zubehör sind vor der Fahrt genau zu prüfen. Vorgefundene Schäden sind in das Fahrtenbuch einzutragen.
Während der Fahrt entstandene Schäden sind bei Rückkehr in das Fahrtenbuch einzutragen.
In beiden Fällen sind die Schäden dem Bootswart bzw. der Ruderleitung zu melden.

5.3 Pflege
Nach jeder Fahrt sind das benutzte Boot und Zubehör zu reinigen.
Bei Bedarf bzw. auf Anordnung der Ruderleitung ist eine umfangreiche Generalreinigung durchzuführen.

5.4 Lagerung
Boote und Zubehör sind an den dafür bestimmten Lagerplätzen abzustellen.
Bei der Lagerung der Boote sind Hinweise des Steuermanns/ Obmannes bzw. des Bootwartes/ der Ruderleitung unbedingt zu beachten, um Schäden am boot zu vermeiden.

6. Fahrten

Es ist verboten, Boote außerhalb des allgemeinen Ruderbetriebes ohne Einwilligung der Ruderleitung zu benutzten (siehe Ziffer 6.2)
Die Gewässer dürfen nicht bei Sturm oder Gewitter (auch wenn diese aufziehen) befahren werden.
Bei Eisgang sind die Anordnungen und Verbote des Ruderleitung unbedingt zu beachten.
Vor Einbruch der Dunkelheit sind alle Fahrten zu beenden. In zugelassenen Ausnahmefällen sind die vorschriftsmäßigen Lichter zu setzen.
Die Boote müssen ausreichend besetzt sein, daß sie gefahrlos gefahren werden können.
Ohne Zustimmung der Ruderleitung ist das Fahren in Booten ohne Steuermann nicht gestattet.
Die Ruderbefehle werden vom Steuermann gegeben und sind unbedingt zu befolgen.
Ist der Steuermann nicht gleichzeitig Obmann, kann der Obmann das Kommando übernehmen und dem Steuermann Anweisungen geben.
Der Steuermann grüßt die Sportkameraden,
– die ihm auf dem Wasser in anderen Ruderbooten begegnen und
– die sich an Land auf ihrem Vereinsgelände befinden.

6.1 Fahrtenbuch
Die Führung des Fahrtenbuches ist gesetzlich vorgeschrieben. In diesem Nachweis sind alle Eintragungen sauber, sorgfältig und gewissenhaft vorzunehmen.
Die Eintragungen sind vom Steuermann vorzunehmen.
Sofort einzutragen sind Fahrten aller vereinseigenen Boote und der bei dem MRV gelagerten Privatboote, die vom Vereinsgelände angetreten werden. Dabei ist besonders zu beachten:
a) Vor Fahrtantritt
– Mannschaft (Obmann unterstreichen, Gäste hinter dem Namen mit „G“ kennzeichnen)
– Ziel der Fahrt (Beabsichtigtes Fahrtziel eintragen)
– Bemerkungen (vorgefundene Schäden am Boot)
b) Nach Rückkehr
– Ziel der Fahrt (wurde ein anderes Fahrtziel angefahren als zu Fahrtbeginn eingetragen, ist die erforderlich werdende Korrektur vorzunehmen)
– Bemerkungen (Schäden am Boot, Unfälle?)
c) Nachträge
Nachzutragen sind alle Fahrten an denen MRV-Mitglieder teilgenommen haben, die nicht vom Vereinsgelände des MRV angetreten worden sind.
Grundsätzlich sind die Fahrten innerhalb eines Monats nach Beendigung der jeweiligen Fahrt nachzutragen.
Kann ein Mitglied diese Frist nicht einhalten, so ist ein Mitglied der Ruderleitung vor Ablauf dieses Zeitraumes von dem Sachverhalt zu unterrichten. Ausnahmen beschließt die Ruderleitung.
Im Dezember müssen die Nachträge bis zum 31.12. eingetragen sein. Verspätet eingetragene NAchträge werden für MRV-interne Wettbewerbe nicht berücksichtigt.

6.2 Fahrten mit Flagge
Mit Flagge darf nur gefahren werden, wenn die Ruderer von der Ruderleitung dazu aufgeordert werden.

6.3 Die Fahrt
Vor Beginn und nach Beendigung der Fahrt sind die Eintragungen im Fahrtenbuch vorzunehmen (siehe 6.1).
Nach Anlegen des Bootes ist dieses von der Mannschaft umgehend aus dem Wasser zu nehmen und ordnungsgemäß auf dem Bootsplatz abzustellen.
Nach jeder Fahrt sind das benutzte Boot und Zubehör an dem dafür bestimmten Lagerplatz abzustellen. Erst dann entläßt der Steuermann/ Obmann die Mannschaft.
Die zuletzt fertig werdende Mannschaft hat den Bootsplatz aufzuräumen, das Ausgangstor und die Bootshalle zu schließen, sowie die Beleuchtung außen und in der Bootshalle auszuschalten.

6.4 Wanderfahrten
Wanderfahrten sind Fahrten, die über eine Schleuse hinausgehen.
Für mehrtägige Wanderfahrten ist die Einwilligung der Ruderleitung einzuholen.
Bei Wanderfahrten dürfen nur Mitglieder von Rudervereinen im Boot sitzen. Sie müssen daneben die Gewähr adfür bieten, daß sie die zu erwartenden Anforderungen auch erfüllen. Über die Ausnahmen entscheidet die Ruderleitung.
Jugendliche dürfen nur mit Einverständnis ihres Erziehungsberechtigten an Fahrten mit Übernachtungen teilnehmen. Sie haben sich auch außerhalb des Bootes den Anordnungen des Fahrtenleiters zu fügen.

 

7. Training

Mitglieder, die für die Teilnahme an offenen Regatten trainieren, haben eine Trainingsverpflichtung vor Aufnahme des Trainings einzugehen. Die Entlassung aus der Trainingsverpflichtung erfolgt zum Saisonende.
Bei Trainingsbruch werden sie vom Training ausgeschlossen.

8. Ausbildung

Die Ausbildung hat den Zweck, dem Anfänger sowohl theoretisch als auch praktisch alle Kenntnisse zu vermitteln, um
a) eine ausreichende Ruderfertigkeit zu erlernen
b) die richtige Ausführung der Ruderbefehle zu beherrschen,
c) das Bootsmaterial richtig zu behandeln und zu pflegen und
d) ein Boot sicher und verantwortungsvoll zu steuern.

9. Verhalten nach Unfällen

Bei Schadensfällen sind unbedingt Namen und Anschriften aller am Unfall Beteiligten, ggf. Nummern und Namen der beteiligten Boote und evtl. Zeugen festzuhalten. Die Ruderleitung oder der Vorstand ist sofort bei Personenschäden bzw. mgrößeren Sachschäden zu verständigen.

10. Haftung

Jede Mannschaft haftet für alle Schäden, die vorsätzlich oder grob fahrlässig von ihr verursacht werden.
Läßt sich die Schuld eines einzelnen Mitgliedes an einer Sachbeschädigung nachweisen, so ist dieses für den entstandenen Schaden allein haftbar.
Bei fahrlässig verursachten Schäden entscheidet der Vorstand über die Schadensersatzpflicht.
Vorgefundene Schäden sind im Fahrtenbuch einzutragen. Wird es unterlassen, so haftet die Mannschaft, die vor Feststellung des Schadens das Bootsmaterial zuletzt benutzt hat.
Während der Fahrt entstandene Schäden sind bei Rückkehr in das Fahrtenbuch einzutragen. Das Unterlassen dieser Eintragung kann außer Schadensersatzpflicht eine besondere Maßnahme durch Vorstandsbeschluß nach sich ziehen.
Bei selbstverschuldeten Unfällen übernimmt der Verein keinerlei Haftung für persönliche Schäden.

11. Bestätigung

Die Ruderordnung wurde in der Sitzung am 9. Oktober 1991 beschlossen.